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"Der Mann auf dem Balkon" Drucken E-Mail

Rudolf Gelbard, Jahrgang 1930, gehört zu jenen österreichischen Persöhnlichkeiten, die ihrem Land nach 1945 zu einem Gewissen verhalfen. Das liegt nicht nur daran, dass er als einer der wenigen Kinder das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte und somit von den Gräueltaten des 3. Reiches aus erster Hand Zeugnis ablegen konnte. Unermüdlich war und ist er nämlich auch im Aufzeigen und Bekämpfen von braunem Gedankengut, wann, wo und wie immer es in Österreich nach 1945 bemerkbar machte.

 

 

Im Film führt er uns an jene Schauplätze seiner Kindheit in Wien, wo er die Demütigungen als "Judenbub" nach dem Hitlereinmarsch 1938 erleiden musste. Er hat auch die unter der zynischen Bezeichnung "Reichskristallnacht" stattfindenden Novemberprogrome in Wien hautnah erlebt. Im Oktober 1942 wird er mit seiner Familie nach Theresienstadt deportiert, wo er den entscheidenden Teil seiner Kindheit und Jugend verbringen musste, und zwar von 1942 bis 1945. Von den 15.000 Kindern, die in diesen "Vorhof" der Vernichtung gebracht wurden, überlebten nur etwa 200, darunter auch er.

 

Wir begleiten ihn auf eine Fahrt nach Therezin/Theresienstadt. Dabei zeigt er den Ort seiner Kindheit, die von Angst und Hoffnungslosigkeit geprägt uns Nachgeborenen unvorstellbar ist. Es ist für ihn mit Sicherheit keine leichte Reise...

 

Der Sender 3SAT hat diesen Film zweimal ausgestrahlt, bei der Holocoust Education Week in Toronto wurde er im Herbst 2010 vorgestellt. In Chikago wurde der Film in einem Programmkino der Stadt vor einem vorwiegend jugendlichen Publikum gezeigt.

 

Der Film und das WIFAR wurden 2008 mit dem Erasmus EuroMedia Award

ausgezeichnet.

 

 

Presse: derstandard.at

 

Buch und Regie: Kurt Brazda

Kamera: Benjamin Epp AAC, Astrid Heubrandtner AAC

Schnitt: Benjamin Epp

Ton: Christian Bednarik

Musik: Markus Vorzellner