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"Age Company" Drucken E-Mail

60- und 70 jährige betreten zum ersten Mal jene Bühnen, die Profi Tänzerinnen bereits im Alter von 35 Jahren verlassen haben. Sie wollen weder Salsa noch Flamenco oder SeniorInnentänze lernen. Ihr Anspruch: sich in Form von zeitgenössischen TanzPerformances öffentlich zu präsentieren, als aktive KünstlerInnen und nicht als passives Publikum.

 

 

Die fünfzehn Mitglieder der „AGE COMPANY“ kommen aus unterschiedlichen Berufen: Wirtschaftsexpertin, Physiotherapeutin, Modell, Journalistin, Sozialarbeiterin, Telefonistin, Cutterin, Fremdenführerin, Kosmetikerin, Kulturmanagerin. Sie sind verliebt, verheiratet, geschieden. Sie leiden unter Bandscheibenvorfall, haben künstliche Hüftgelenke, grauen Star, Zahnprothesen Koordinationsschwierigkeiten. Jede/r hat ein anderes Motiv, mitzumachen: etwas Neues wagen, sich einen Lebenstraum erfüllen, der Einsamkeit entkommen, das eigene kreative Potential ausleben, endlich künstlerisch arbeiten.


Die Szene zeigt sich verhalten interessiert an dieser aktiven Partizipation der Älteren. Mit welchem Recht stehen solche Alltagskörper auf einer Bühne, führen ihre faltigen Gesichter, geschwollenen Knie, gekrümmte Schultern vor? Wer will Euch sehen? gibt die Umwelt zu bedenken. Habt ihr nicht Angst, euch lächerlich zu machen?


Bescheiden, dankbar und freundlich sollten sie sein die Alten, zufrieden auf ein erfülltes Leben zurückblicken und weise nach vorne schauen, möglichst unauffällig und bewegungslos, so will es die Gesellschaft. Aber, ist das wirklich eine Perspektive für älter werdende Menschen?


Die Mitglieder der AGE COMPANY sagen  „Nein danke“. Richtungswechsel ist angesagt, neue Geschichten wollen erzählt werden. Es sind poetische, komische, absurde, verweinte aber vor allem bewegte und bewegende Geschichten. Die dabei verwendeten Requisiten: die alternden Körper, diese Speicher von individuellen Geheimnissen, biographischen Brüchen, unerfüllten Hoffnungen, aufflackernder Wut,  Angst vor der Liebe, Resignation über verpasste Gelegenheiten, der Sehnsucht nach Freiheit und von der Freude am Leben.

 

Buch und Regie: Kurt Brazda

Kamera und Schnitt: Benjamin Epp AAC

Ton: Christian Bednarik